Die hier aufgeführten Informationen möchte ich gerne den interessierten Menschen zur Verfügung stellen, die sich mit der Planung des eigenen Pilgerweges nach Santiago de Compostela beschäftigen. Auch ich war damals dankbar für jeden brauchbaren Hinweis, der sich mir bot. Aus diesem Grunde möchte ich gerne etwas zurückgeben, nämlich meine eigenen Erfahrungen vom Camino im September 2006.
Angedacht habe ich folgende Themen, die nach und nach unter diesem Menüpunkt veröffentlicht werden:
Etwa zwei Jahre vorher habe ich mit der Planung begonnen. Meine Recherchen habe ich hauptsächlich über das Internet und einige dort empfohlene Reiseführer betrieben. Für die Fitness habe ich mit dem Walking angefangen. Ich habe das Jahr bevor ich zum Jakobsweg aufgebrochen bin, regelmäßig trainiert.
Nach und nach habe ich die Ausrüstung für die 3-wöchige Pilgerreise zusammengekauft. Dabei war wichtig, dass alles wenig Gewicht hatte und gut von Hand gewaschen werden konnte. Ich habe keine neuen Schuhe gekauft, sondern meine schon seit Jahre getragenen Wanderschuhe nur neu besohlen lassen. Das habe ich allerdings in einem guten Schuhreparaturladen machen lassen.
Den Rucksack hatte ich mir schon auf Mallorca gekauft, und mich dabei von einem alten Wander- und Trekkingspezialisten beraten lassen. Der Rucksack fasste zwar nur 38 Liter, aber ich kann sagen, er war groß genug. Als Schutzbekleidung gegen Regen hatte ich ein langes Cape mit, und zusätzlich noch einen wind- und wetterabweisenden Anorak. Eine Regenhose habe ich nicht mitgenommen. Auch keinen Schirm.Als „Notproviant“ bzw. für den kleinen Hunger zwischendurch hatte ich 10 Müsliriegel mitgenommen, was sich bewährt hat.
Alle notwendigen Papiere hatte ich fotokopiert und in Folie eingeschweißt mitgenommen. Für den Fall, dass ich bestohlen worden wäre bzw. meine Originalpapiere verloren hätte. Etwa 8 Wochen vor der Abreise habe ich meinen Pilgerpass beantragt. Die Flüge (Hin und Zurück), sowie Hotels für Bilbao und Leon habe ich ein Dreiviertel Jahr vorher gebucht. Zum Fotografieren hatte ich eine leichte und kompakte Digitalkamera, sowie 3 x 1GB Speicherkarten dabei. Natürlich auch das entsprechende Netzteil dazu. Auf mein Handy wollte ich nicht verzichten, was auch wieder die Mitnahme des Ladegerätes vonnöten machte. Für dieses Handy hatte ich allerdings eine spanische SIM-Karte von meinem Sohn dabei. Dadurch konnte ich innerhalb von Spanien sehr preiswert telefonieren und ebenfalls nach Deutschland, da der Tarif sehr günstig war. Eine kleine Notfallapotheke mit verschiedenen Tabletten gegen Durchfall, Erkältung, Entzündungen usw., und sterile Hohlnadeln zum Aufstechen von Blasen hatte ich dabei. Ebenso Blasenpflaster, Magnesium- und Vitamintabletten. Für die Wäsche meiner Kleidung und Unterwäsche hatte ich eine Kordel (ca. 5m), Wäscheklammern und Flüssigwaschmittel in der Tube dabei.
Es gibt viele Ratschläge, Tipps und Empfehlungen darüber, was man alles auf den Jakobsweg mitnehmen sollte. Nachlesen kann man dies sowohl im bekannten und äußerst praktischen „Outdoor“ aber auch vielen anderen Publikationen über den Jakobsweg. Hinzu kommt natürlich noch der Riesenfundus „Internet“, aus dem man auch viele Hinweise erhält.
Die Aussagen und Ansichten über das „Muss man mitnehmen…“ und „Kann man mitnehmen…“ sind sehr unterschiedlich!
Regenschutz Einige schwören z.B. auf ein Regencape, andere auf einen Schirm.
Sonnenschutz Sollte man einen Hut oder eine Mütze mitnehmen, und was ist praktischer? Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor nicht vergessen!
Schuhe Die einen haben Sandalen als Schuhersatz mitgenommen, die anderen Turnschuhe und wieder andere waren nur mit einem Paar Schuhe unterwegs.
Handy Mitnehmen – ja oder nein? Wenn ja, dann muss auch noch das Ladegerät mit.
Fotoapparat Wenn ja, dann gilt gleiches wie für das Handy!
Reiseführer Ohne ihn geht es eigentlich nicht, allerdings wieder die Frage nach dem Richtigen!?
Kartenmaterial Meistens wird darauf verzichtet, da die Reiseführer Streckenkarten beinhalten!
Medikamente Auf jeden Fall das was man ohnehin nehmen muss, und in ausreichender Menge! Darüber hinaus die Medikamente, die man auch mitnimmt, wenn man für längere Zeit verreist. Was nicht fehlen sollte sind Vitamintabletten, Calcium- und Magnesiumtabletten, Zehenpflaster, Blasenpflaster, Mullbinde, elastische Binde, Kälte-/Wärmedecke (Folie)
Ausweis/Papiere Personalausweis-Original und evtl. Kopie
Krankenversicherungskarte und evtl. Kopie
Blutspenderausweis, wenn vorhanden und evtl. Kopie
Auflistung der wichtigsten Adressen und Telefonnummern
EC-Karte/Bargeld Nicht zuviel Bargeld mitnehmen. Möglichst viele 5-Euro-Scheine. Mit der EC-Karte kommt man am besten klar. Natürlich stellt sich auch die Frage nach Traveller Schecks.
Mit all diesen Fragen habe ich mich sehr lange auseinander gesetzt. Habe vieles gesucht, gefunden und wieder verworfen oder dann doch wieder in meine Packliste aufgenommen. Zwischendurch habe ich immer wieder meinen Rucksack gepackt, um herauszufinden, was muss ganz nach unten, was in die Seitentaschen? Wohin mit dem Schlafsack? Wohin packe ich das Regenzeug, damit ich auch schnell rankomme? Nicht zuletzt aber immer wieder die Überprüfung des Gewichts von meinem gepackten Rucksack! Ich wollte, der Empfehlung nach, nicht mehr als 10% meines Körpergewichts erreichen. Kurzum, es klappte nicht.
Schließlich bin ich deutlich darüber gelandet! Für was ich mich im Detail entschieden habe könnt Ihr meiner Packliste entnehmen. Sie ist nur als eine von vielen Empfehlungen zu verstehen, denn was Ihr mitnehmt, müsst Ihr letztendlich selber entscheiden.
Viel Spaß beim Packen!
Wie soll man den Weg, die Tagesetappen, nach Santiago de Compostela planen?
Was kann man sich als Tagespensum zutrauen?
Sind an den angedachten Etappenzielen auch Herbergen vorhanden?
Gibt es Hostals oder Hotels als Alternative zu den Herbergen?
Welche Unterkünfte sind zu welcher Jahreszeit geöffnet?
Wie sieht es mit Verpflegungsmöglichkeiten aus?
Wie man sieht, gibt es schon einiges im Vorfeld zu bedenken. Bei meiner Planung der gesamten Route von Bilbao nach Leon und weiter nach Santiago de Compostela habe ich darauf geachtet, dass die Tagesstrecken zwischen ca. 20 und max. 25 Kilometer lagen. Der nachstehenden Tabelle könnt Ihr die Details meiner Planung entnehmen. Sie enthält das Tagesziel aber auch die Orte auf dem Weg dorthin. Soweit wie möglich habe ich die Kilometer von Ort zu Ort ausgewiesen. Außerdem enthält die Tabelle die Unterkünfte auf den einzelnen Etappen und eine Hinweisnummer, unter der in einer weiteren Tabelle die Besonderheiten oder Sehenswertes nachzulesen sind. Für mich war das wichtig, da ich von vornherein wusste, was ich mir anschauen wollte und was es Interessantes zu sehen gab. In der Spalte Note habe ich meine persönliche Bewertung für die einzelnen Unterkünfte eingetragen. Hierzu werde ich später, im Kapitel „Meine Erfahrungen mit Herbergen und Hostals“ noch etwas detaillierter Stellung nehmen. Die Spalte Kosten enthält, wie es der Name schon sagt, die Kosten für Verkehrsmittel und Unterkünfte während meiner Pilgerreise. Die Strecke von Leon nach Santiago de Compostela betrug 319,8 Kilometer. Plus der Etappe am 20.09.2006 von Compostela nach Negreira (23 Kilometer) betrug die Gesamtstrecke meines Pilgerweges auf dem Camino 342,8 Kilometer.
Meine Routenplanung
Im Rahmen meiner Vorbereitungen für den Jakobsweg habe ich mich im Internet informiert, mit welchem Verkehrsmittel ich von Bilbao nach Leon komme. Wie die Busverbindungen entlang des Jakobweges sind, in welch größeren Städten am Camino es Bahn- oder Busverbindungen gibt, wie man nach Cap Fisterra und wieder von dort zurück nach Compostela kommen kann!
Ehrlich gesagt habe ich das Thema nicht überstrapaziert. Dennoch, für den Fall, dass sich bei mir oder meinem Freund gesundheitliche Probleme einstellen sollten, wollten wir auf vorhandene Beförderungsmöglichkeiten zurückgreifen können.
Wir sind also von Bilbao aus (Bahnhof Abando), nach Leon mit einem klimatisierten und sehr bequemen wie auch sehr sauberen Zug gefahren. Der Fahrpreis betrug 21,00 EUR pro Person. Die Bahnreise dauerte von 08:55 Uhr bis 14:05 Uhr. Burgos, das an unserer Strecke lag, erreichten wir um 11:40 Uhr.
Umfangreiche Informationen zum Thema Bahnverbindungen in Spanien findet man unter dem www.webtec-rose.de.
Die Taxis, die wir in Bilbao und Leon zu den jeweiligen Hotels benutzt haben, und das Taxi am Tag unserer Abreise von Santiago zum Flughafen Labacolla raus, waren im Verhältnis zu Deutschland recht preiswert. Die Taxifahrer waren sehr freundlich.
Auf unserem Weg von Santiago nach Cap Fisterra mussten wir wegen sehr schlechter Wetterverhältnisse (heftiger Sturm, entwurzelte Bäume) den Bus von Negreira über Olveiroa, Cee nach Fisterra nehmen.
Wir warteten also, der Bus kam mit kleiner Verspätung, die Leute stiegen aus und wir wollten einsteigen. Der Busfahrer montierte seine transportable Kasse ab und bedeutete uns mit Händen und Füßen doch noch nicht einzusteigen. Er stieg aus und machte uns begreiflich, dass er erst in die Cafe-Bar, direkt neben der Bushaltestelle gehen wollte, um einen Cafe zu trinken. Wir wunderten uns schon sehr, aber was blieb uns anders übrig, als hinterher zu trotten. Den Busfahrer nicht aus den Augen lassend, tranken wir auch noch einen Cafe con Leche! Dann war es endlich so weit. Mit ca. 20-minütiger Verspätung fuhr unser Bus endlich los.
Wir dachten, er fährt durch bis Fisterra. Das stellte sich aber bald als ein Irrtum heraus. In Muxia mussten wir den Bus verlassen, er endete hier. Der Busfahrer war so freundlich mir die Abfahrtszeit und den Abfahrtort unseres Anschlussbusses auf einen Zettel zu schreiben.
Wie schon ab Negreira, so kam auch hier der Bus wieder mit entsprechender Verspätung. Dieser Bus brachte uns nun „in einem Rutsch“ an unser heutiges Ziel – Cap Fisterra. Die Buskosten beliefen sich für die recht lange Fahrstrecke auf 12,50 Euro.
Am Tag vor unserer Rückreise nach Deutschland verließen wir Cap Fisterra bei sintflutartigem Regen, pünktlich um 11:00 Uhr, in Richtung Santiago de Compostela. Das Busticket kostete 9,30 Euro. Der Fahrer fuhr trotz starken Regens wie Fernando Alonso, sodass wir heilfroh waren, als er einen Stopp machte. Aber es war kein Stopp, sondern wir mussten aussteigen und auf den Anschlussbus warten. Der brachte uns schließlich nach Santiago, zum Busbahnhof.
Dort haben wir dann nach einer Busverbindung zum Stadtzentrum gesucht – und nichts gefunden! Kurz entschlossen haben wir uns dann für ein Taxi entschieden, dass uns für 6,00 Euro - fast vor dem Eingang zur Pension - absetzte.
Mein Fazit:
Die Nutzung der Verkehrsmittel in Spanien ist deutlich preiswerter als bei uns in Deutschland. Busse, Bahnen und Taxis kann man getrost benutzen.
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